Der Mercedes-Benz EQV ist der elektrische Ableger der V-Klasse. Seine größte Stärke ist nicht eine besonders neue Elektroplattform, sondern die bekannte Van-Architektur: zwei Schiebetüren, ein langer Fahrgastraum und flexible Sitzkonfigurationen für bis zu acht Personen.
Die folgenden Werte beziehen sich ausdrücklich auf den EQV 300 lang mit 90-kWh-Nettobatterie. Kürzere, anders bestuhlte oder schwächer motorisierte Varianten können abweichen.
Auf einen Blick
Technische Einordnung
Die wichtigsten Eckdaten für die schnelle Einordnung.
- Sitze
- bis zu 8
- Karosserie
- Elektro-Van
- Antrieb
- Elektro
- Neupreis
- ab 59.101 €Stand 22.08.2026
- Marke
- Mercedes-Benz
- Maße
- 5.140 mm · 1.928 mm · 1.923 mm · Radstand 3.200 mm
- Kofferraum
- 1.030 l–4.630 l
- Anhängelast
- nicht freigegeben
- Zuladung
- 689 kg
- Wendekreis
- 12,9 m
- Batterie
- 90 kWh nutzbar
- Laden
- 110 kW
- Reichweite
- 364 km WLTP
- Verbrauch
- 27,2 kWh/100 km
Referenz ist der EQV 300 lang mit 90-kWh-Nettobatterie, sechs Seriensitzen und maximal acht Sitzplätzen. ADAC weist für diese Variante keine zulässige Stütz- oder Anhängelast aus. Kofferraum- und Gewichtsangaben ändern sich mit Bestuhlung und Ausstattung.
Quellen: ADAC – Mercedes-Benz EQV 300 lang (90 kWh) (ab 01/24), Mercedes-Benz Deutschland – EQV; Stand 22.08.2026.
Für Familien wichtig: Der EQV bietet viel Innen- und Gepäckraum, verlangt auf langen Autobahnetappen aber mehr Ladezeit und Planung als neuere 800-Volt-Modelle. Für den hier verglichenen EQV 300 lang ist keine Anhängelast freigegeben.
Sitzplätze: sechs serienmäßig, bis zu acht möglich
ADAC dokumentiert den EQV 300 lang mit sechs Seriensitzen und maximal acht Plätzen. Mercedes nennt flexible Kombinationen aus Einzelsitzen und Sitzbänken. Für Familien ist deshalb nicht nur die Höchstzahl entscheidend: Die gewählte Bestuhlung beeinflusst Durchgang, Kindersitzplätze, Gepäckraum und Umbauaufwand.
ISOFIX ist laut ADAC hinten mit Top-Tether vorhanden. Welche Plätze in der konkreten Konfiguration freigegeben sind, muss vor dem Kauf im Fahrzeughandbuch und mit dem verwendeten Kindersitz geprüft werden. Eine pauschale Aussage „ISOFIX auf allen Plätzen“ wäre zu weitgehend.
Dritte Reihe und Zugang
Anders als bei vielen SUVs ist die hintere Reihe nicht bloß in eine kleine Karosserie integriert. Der EQV nutzt einen echten Bus-Grundriss. Erwachsene können hinten grundsätzlich deutlich besser sitzen als in kompakten Siebensitzer-SUVs. Wie leicht der Zugang gelingt, hängt wiederum von der Sitzanordnung in Reihe zwei ab.
Beide seitlichen Schiebetüren sind im Familienalltag ein großer Vorteil. Sie reduzieren den seitlichen Platzbedarf beim Öffnen und erleichtern das Anschnallen in engen Parklücken.
Kofferraum: viel Volumen, aber bestuhlungsabhängig
Der ADAC-Datensatz nennt 1.030 Liter normales Kofferraumvolumen und bis zu 4.630 Liter bei entsprechend umgebautem Innenraum. Diese Zahlen dürfen nicht als identischer Gepäckraum bei jeder Sechs-, Sieben- oder Achtsitzkonfiguration gelesen werden. Sitze und Bänke verändern die nutzbare Fläche deutlich.
Für Familien bleibt die praktische Prüfung entscheidend: Kinderwagen, Urlaubsgepäck und alle benötigten Sitze sollten bei der Probefahrt gemeinsam ins Fahrzeug.
Reichweite und Laden
Für den EQV 300 lang nennt der ADAC 364 Kilometer WLTP-Reichweite, 110 kW maximale DC-Ladeleistung und rund 40 Minuten von 10 auf 80 Prozent unter den vorgesehenen Bedingungen. Der ADAC-Test weist zugleich darauf hin, dass die Autobahnreichweite je nach Tempo und Temperatur erheblich niedriger liegen kann.
Für Schule, Alltag und regionale Ausflüge ist das gut planbar. Auf langen Urlaubsfahrten braucht der EQV jedoch häufigere und längere Ladepausen als moderne Elektrofahrzeuge mit höherer Ladeleistung.
Anhänger und Zuladung
Für den hier verglichenen EQV 300 lang weist ADAC keine zulässige Stütz- oder Anhängelast aus. Familien mit Wohnwagen oder anderem Anhängerbedarf sollten den EQV daher nicht anhand allgemeiner Van-Werte auswählen, sondern die Zulassungsbescheinigung der konkreten Variante prüfen.
Die dokumentierte Zuladung von 689 Kilogramm klingt großzügig, muss bei voller Besetzung aber gegen Personen, Gepäck und Zubehör gerechnet werden. Maßgeblich bleibt das zulässige Gesamtgewicht des konkreten Fahrzeugs.
Preis und laufende Kosten
Mercedes listete den EQV im August 2026 auf der deutschen Modellübersicht ab rund 59.100 Euro. Der hier beschriebene EQV 300 lang ist laut ADAC höher eingepreist. Ausstattung, Bestuhlung und Batterievariante verändern den Endpreis deutlich.
Aussagen wie „günstige Versicherung“ oder ein fester Steuervorteil gehören nicht pauschal in eine Modellbewertung. Versicherung hängt von Typklasse, Tarif und persönlichem Profil ab; steuerliche Regeln können sich ändern und sollten zum Zulassungszeitpunkt geprüft werden.
Familienfazit
Der EQV passt zu Familien, die regelmäßig viele Menschen oder sperriges Gepäck transportieren und echte Van-Funktion höher gewichten als maximale Ladegeschwindigkeit. Schiebetüren, Innenraum und Bestuhlungsoptionen sind seine klare Stärke.
Gegen ihn sprechen die großen Außenmaße, die mäßige Schnellladeleistung und die fehlende Anhängerfreigabe des verglichenen EQV 300 lang. Wer häufig lange Strecken fährt, sollte den EQV direkt mit dem langen VW ID. Buzz, dem E-Tourneo Custom und dem neueren Mercedes-Benz VLE vergleichen.